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WANDEL DURCH TECHNOLOGIE

Mission

Wir bieten unseren Kunden wirkungsvolle und integrierte Kommunikation, die die Presse und Influencer, die Leser und damit die Zielgruppe unserer Kunden erreicht. Wir arbeiten mit Branchenführern und spezialisierten Unternehmen und rücken Ihre Expertise in das richtige Licht. Dabei greifen wir auf unsere kreative Energie, unsere internationale Denkweise sowie unsere lokalen Marktkenntnisse zurück.

"Wir kommen aus der Medienwelt, sind Partner der Medien und haben höchste Ansprüche an gut aufbereitete Inhalte."

Martina Brembeck
Mitbegründerin und Country Managerin, Deutschland

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PR im Schatten des Facebook-Skandals – Wie weit darf Öffentlichkeitsarbeit gehen?
PR im Schatten des Facebook-Skandals – Wie weit darf Öffentlichkeitsarbeit gehen? In den letzten Tagen und Wochen weite...
Matthias Uhl
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PR im Schatten des Facebook-Skandals – Wie weit darf Öffentlichkeitsarbeit gehen?

In den letzten Tagen und Wochen weitet sich der Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica zusehends aus. Das Thema ist nicht länger nur für die genannten Unternehmen und wenige Interessierte von Bedeutung. Die Affäre beschäftigt mittlerweile sogar die höchsten Gremien und politischen Organe in den USA und der EU. Der Skandal wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die Rolle, die Öffentlichkeitsarbeit bzw. PR in unserer modernen und von Medien geprägten Gesellschaft spielt. Vorausgesetzt man definiert die Begriffe Öffentlichkeitsarbeit und PR weiter, als lediglich die bloße Pressearbeit für Organisationen oder Verbände. Selbstredend beschäftigt sich nur ein kleiner Teil unserer Branche direkt mit politischer Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise der Beeinflussung politischer Wahrnehmung oder politischer Entscheidungen. Dennoch besteht unser aller Aufgabe darin, ein möglichst positives und glaubhaftes Bild unserer Kunden zu „zeichnen“. Das ist zunächst einmal nicht verwerflich. Jedes Unternehmen lebt von einem positiven Image beim Kunden und in der Allgemeinheit. Trotzdem: Wie weit dürfen wir in unserem Bemühen gehen und welcher Mittel dürfen wir uns bedienen, um die öffentliche Wahrnehmung zugunsten unseres Auftraggebers zu beeinflussen? Man könnte nun annehmen, dass viele diese Frage zunächst mit den Worten „alle legalen Mittel sind erlaubt“ beantworten. Bei näherer Betrachtung jedoch lässt sich die Frage nicht mehr ganz so leicht beantworten. Zwar ist es unstrittig, dass unsere Gesetze den aktuellen Wertekanon unserer Gesellschaft in vielerlei Hinsicht wiederspiegeln sollen und somit als Begrenzungsrahmen unseres Handelns dienen. Ohne Zweifel ist das der Minimalkonsens, den wir in der Öffentlichkeitsarbeit zu beachten haben. Muss jedoch nicht der Begriff dessen, was in der Branche als verantwortungsvolles Handeln zu erachten ist, enger gefasst werden? Neueste technologische Hilfsmittel bietet uns ungeahnte Möglichkeiten hinsichtlich zielgruppenorientierter und auf den Rezipienten abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit. Wie der Facebook-Skandal zeigt, verfügen einige marktführenden Unternehmen über Datensätze von rund zwei Milliarden Menschen auf der Welt. Das bedeutet, dass etwas mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung durch die Preisgabe privater Informationen auf einer Social-Media-Plattform für Unternehmen, Werbeschaffende und auch für Mitglieder unseres Berufsstandes kategorisierbar sind. Die Botschaften, die wir alltäglich „an den Mann“ bringen möchten, lassen sich dadurch geradezu maßschneidern. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Arbeit unbeachtet verhallt, nimmt dadurch rapide ab. Wir alle müssen, wenn sich neue technologische Möglichkeiten auftun, die nötige Verantwortung übernehmen und aktiv in unser aller Handeln einfließen lassen. Zweifelsohne möchten wir alle die Errungenschaften, die uns soziale Medien gebracht haben, nicht missen - sowohl privat als auch beruflich. Ein Verzicht auf dieses Medium würde für eine Agentur beziehungsweise ein Unternehmen auf lange Sicht von einem erheblichen, wenn nicht gar existenzbedrohendem Nachteil sein. Daher erscheint eine Abkehr von sozialen Medien für unsere Brache kein gangbarer Weg zu sein. Wie können wir trotzdem verantwortungsvoll handeln? Eines vorneweg: Eine Botschaft an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen ist nicht per se verwerflich geschweige denn illegitim. Es kommt schlicht darauf an, was durch unsere Arbeit erreicht werden soll. Daher bedarf es eines kontinuierlichen Abwägungsprozesses, was die jeweilige Agentur oder das jeweilige Unternehmen mit seinen eigenen Maßstäben vereinbaren kann. Diesen gilt es zu verinnerlichen und aktiv mit Kunden oder auch innerhalb der Agentur selbst zu diskutieren. Jede Agentur, jedes Unternehmen aber auch der einzelne Mitarbeiter müssen sich immer wieder aufs Neue die Frage stellen, ob ihr Handeln mit ihren eigenen Vorstellungen von verantwortungsvollem Handeln oder zumindest mit den Compliance-Richtlinien des Unternehmens im Einklang stehen. Selbst wenn man nicht so weit geht, wie es Kants „kategorischer Imperativ“ von einem fordert, so muss man dennoch anerkennen, dass die Auswirkungen dessen, was wir durch unsere Arbeit erreichen, definiert, ob wir unseren selbstauferlegten Maßstäben gerecht werden. Die Affäre rund um Cambridge Analytica zeigt eindrucksvoll, wie weitreichend die Folgen von Kampagnen im schlimmsten Fall sein können, die die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen sollen. Cambridge Analytica hat mit seinem Vorgehen - wie der Beeinflussung der US-Wahl beziehungsweise der noch unbestätigten Einflussnahme auf das Brexit-Referendum - für unser aller Leben wichtige Entscheidungen in einem Maß beeinflusst, die über eine Öffentlichkeitsarbeit bei Weitem hinausgehen. Jeglicher Anstand und jegliches Moralempfinden wurden außer Acht gelassen. Darüber hinaus hat sich Cambridge Analytica selbst einen Bärendienst erwiesen: Das Unternehmen gefährdet durch seine Handlungen die eigene Existenz. Auch wenn wir uns bei AxiCom nicht mit politischer Kommunikation beschäftigen, und obgleich wir uns nicht gemein machen mit den Praktiken, die Cambridge Analytica anwendete, so müssen auch wir immer wieder selbst Fragen nach verantwortlichen Handeln stellen und uns immer wieder selbst hinterfragen. Auch wenn technologische Mittel unsere Arbeit in gewisser Hinsicht erleichtern, sollte niemand seinen gesunden Menschenverstand vernachlässigen oder jedwede Moral dem Profit opfern.